Kinderspielplatz für das Babyheim in Minsk – 1999

Im September 1999 haben wir unser erstes „Hilfe zur Selbsthilfe“-Projekt durchgeführt, einen Kinderspielplatz für das Babyheim. 1998, als uns die Idee kam und wir sofort mit der Umsetzung begonnen haben, bekamen wir sehr viel Hilfe aus der Bevölkerung. Unser Landrat Volker Liedtke übernahm sofort die Schirmherrschaft. „Schon als Gründungsmitglied der Weißrußlandhilfe liegt mir das Projekt sehr am Herzen“ sagte der Landrat. Er sei froh, dass jetzt eine Qualität der Hilfe erreicht sei, dass nicht nur die schlimmste Not gelindert wird, sondern Infrastruktureinrichtungen, wie z.B. Kinderspielplätze, aufgebaut werden. „Kinder müssen Perspektiven haben und Kinderspielplätze sind wertvolle Hilfen, dass Kinder wieder lachen können“, so der Schirmherr.

Am Freitag, den 17. September 1999 machten sich sieben „Handwerker“ (Jürgen Hohl, Thomas Grebe, Günter Koch, Hans Leibl, Klaus Keck, Josef Schill und Thomas Scheiner) nach der Verabschiedung durch unseren Landrat mit einem Lastkraftwagen und zwei Begleitfahrzeugen, voll beladen mit den Geräten für den Spielplatz, Baumaterialien (Sand, Zement usw.) und Werkzeug auf den Weg nach Minsk. Die Fahrt verlief nonstop und ohne größere Probleme. Längere Wartezeiten gab es nur an den Grenzübergängen Deutschland–Polen und Polen–Weißrussland. Minsk erreichten wir am 19. September.

Am Montag, den 20. September fuhren wir direkt ins Babyheim; dort wurde das Werkzeug abgeladen. Sofort wurde mit dem Vermessen und Erdarbeiten begonnen, um keine Zeit zu verlieren. Jürgen Hohl und unsere Dolmetscherin fuhren mit dem Kleinlaster zum Zoll, um die Freigabe der Hilfsgüter zu erreichen. Am Nachmittag war auch dies geschafft, und dem Aufbau stand nichts mehr im Wege.

Babyheim Spielplatz 1
Hier soll der Spielplatz entstehen …

Geplant war die Fertigstellung für den Freitag. Dank dem Organisationtalent Klaus Keck (er hatte das richtige Werkzeug und Baumaterialien in ausreichender Menge aufgeladen) und den drei weißrussischen Helfern waren wir jedoch am Mittwochabend bereits fertig. Kurzfristig wurde beschlossen, am Donnerstag die anderen Organisationen in Gomel und Barbarow zu besuchen und am Freitag rechtzeitig vor der Einweihung des Spielplatzes wieder in Minsk zu sein. Thomas Grebe blieb in Minsk und traf die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier.
(Eine Anekdote am Rande: Da in diesen Einrichtungen absolutes Alkoholverbot herrscht, hat das Gesundheitsministerium es uns großzügig freigestellt, ob wir zu der Feier welchen anbieten wollen. Da zu dieser Zeit in Weißrussland Wodkamangel herrschte und in keinem Geschäft welcher zu erwerben war, bedurfte es eines „Insiders“, um an dieses Nationalgetränk zu kommen. Wie sich herausstellte, wollte keiner der geladenen Gäste Wodka – sie tranken lieber das mitgebrachte deutsche Bier und den französischen Rotwein).

Zur Eröffnung kamen Vertreter aus allen Behörden und der Stellvertreter der Deutschen Botschaft, die Presse und das belarussische Fernsehen. Die Leiterin des Babyheimes hat vor der Eröffnung die Gäste erst durch das Haus geführt und auf die gravierenden Mängel hingewiesen. Seither hat sich vieles verbessert. Für diese Aktion bekamen wir sehr viel Lob, doch die größte Anerkennung erhielten wir durch die strahlenden Gesichter der Kinder.

Babyheim Spielplatz 3 Babyheim Spielplatz 4
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Das Gestell der Schaukel wurde von der Bauschlosserei Gerhard Bäumler gefertigt und gespendet.
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Die „Handwerker“ bei der Übergabe des Spielplatzes.

Am Samstag war für fünf Helfer die Aktion zu Ende und sie machten sich auf die Heimreise, während Jürgen Hohl und Thomas Grebe weiter ins nach Osten fuhren um in Orscha die Geburtenklinik zu besuchen.

Babyheim Spielplatz 2
Die noch gewünschten Tische und Sitze wurden im Jahr 2000 montiert.